Technische Daten:

Spannweite: 9,00 m
Länge: 7,30 m
Höhe: 2,80 m
Flügelfläche: 20,0 m²
Leermasse: 580 kg
maximale Startmasse: 900 kg

Triebwerk:

Siemens-Halske Sh14A4, 7 Zylinder Sternmotor mit 160PS
Höchstgeschwindigkeit: 350 km/h
Reisegeschwindigkeit: 172 km/h
Dienstgipfelhöhe: 3900 m
Reichweite: 550 km

Baujahr: 1940
Werknummer: 663

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D-ENAY

Focke-Wulf Fw 44 J 

Der Focke Wulf Stieglitz ist unter der Leitung von dem Chefkonstrukteur Kurt Tank 1932 nach den Vorgaben des Kunstfliegers Gerd Achgelis bei der Firma Focke Wulf in Bremen entwickelt worden. Gerd hat aufgelistet, welche Eckdaten ihm für einen kunstflugtauglichen Schul-Doppeldecker vorschwebten und Kurt machte sich an die Arbeit.

Gerd Achgelis wurde 1934 in den USA Kunstflugweltmeister auf dem Stieglitz. Eine ungewöhnliche Leistung für ein relativ schwach motorisiertes Schulflugzeug. Es verdeutlicht die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit dieses Flugzeugtyps. Später hat Kurt Tank für seinen Arbeitgeber Focke-Wulf auch Muster wie die legendäre FW190 konstruiert.

Der Stieglitz versteckt seinen Motor nicht schamvoll hinter einer Cowling (damals sagte man noch „Motorhaube“), sondern zeigt die 7 Zylinder seines Siemens-Halske SH14-Sternmotors jedem Betrachter genauso stolz wie dem Piloten, der sich beim Steig- und Reiseflug an der Arbeit der Ventil-Kipphebel erfreuen kann.

Mit seinen vier Querrudern dreht der Stieglitz deutlich munterer als unsere eher gemütliche Tiger Moth DH82. Und das Schönste: mit seinen Leistungsdaten lässt er nicht nur die Motte, sondern sogar den damaligen US-Wettbewerber Boeing Stearman in fast allen Punkten ziemlich alt aussehen.

Auch wenn der Stieglitz zahlenmäßig weit hinter der Jungmann zurückblieb, so wurden doch mehr als 1.900 Exemplare für die Luftwaffe und zahlreiche Exportkunden von Finnland bis Chile gebaut. Neben der deutschen Produktion wurde der Stieglitz auch in Brasilien, Argentinien und Schweden in Lizenz gebaut. Weltweit fliegen heute kaum mehr als ein Dutzend Stieglitze – somit haben wir mit unserer D-ENAY eine wirkliche Rarität.




Unsere D-ENAY wurde 1940 in Schweden bei CCV mit der Seriennummer Fv 663 für die schwedische Luftwaffe produziert. Nach ihrer Ausmusterung flog sie zunächst einige Jahre als SE-BWH, bevor sie nach Deutschland unter der Kennung D- EGAM importiert worden ist. Später erhielt sie die heutige Kennung D-ENAY. In den achtziger Jahren war sie für einige Jahre im Münchener Deutschen Museum ausgestellt.
2000 kam sie dann zu uns. Von 2005 bis 2008 wurde unser Stieglitz sehr aufwändig überholt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Als Lackierung wurde die in den 40er Jahren genutzte Ausführung der Flugzeugführerschule AB 71 in Proßnitz/ Mähren gewählt. Bei dieser absolvierte unser Mitglied Erich Brunotte 1943 seinen ersten Alleinflug.